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So, als aller erstes möchte ich den beiden Herren Blum und Elstermann sagen, dass ich diesmal die Bewertung für diesen Film von beiden für total beschissen halte!! Ich dachte immer es wären Cineasten, aber scheinbar doch nicht ganz!
Das sagt der feine Herr Elstermann:
Der amerikanische Journalist Jake (George Clooney) kommt ins zerstörte Nachkriegs-Berlin und stößt auf seine eigene Vergangenheit (verkörpert von der schönen Cate Blanchett als deutsche Edelhure), auf Verdrängung und eine große politische Intrige. Steven Soderbergh hat für diesen kunstvollen Film unendlich viel Mühe aufgebracht, um den Look der 40er zu erreichen – ein Wunder der Stilisierung. Doch dabei gehen ihm Figuren und Geschichte verloren. Für hartgesottene Cineasten ist es sicher ein Fest, den zahlreichen Anspielungen auf Filmklassiker nachzuspüren. Doch wer ins Kino geht, um gefesselt und unterhalten zu werden, wird sich bei diesem zu lang geratenen Film-Quiz wohl schnell langweilen.
Seine Bewertung: 1 von 5 Punkten!
Das sagt der feine Herr Blum:
George Clooney reist als Reporter ins Nachkriegsberlin und versucht nebenbei seine einstige Liebe wieder ausfindig zu machen - aber leider funktioniert hier weder die Love-Story, noch das politische Intrigen-Drama; Regisseur Stephen Soderberghs schwarz-weiße Hommage an die amerikanischen Filmklassiker der 40er Jahre bleibt fade, ist oft ziemlich wirr und auch unspannend, wirkt vor allem meist vollkommen steif:So zitiert "The Good German" zwar zahlreiche Kinoklassiker, wie „Casablanca“, „Der dritte Mann“ oder Billy Wilders „A Foreign Affair", fällt hinter diesen großen Vorbildern aber schlicht meilenweit zurück. Bei der Wiederbelebung alter Film-Techniken hat Stephen Soderbergh nicht zuletzt die Romantik und die ganz großen Gefühle vergessen – ein fehlgeschlagenes Experiment das Ganze.
Das sagt das Schnitt Magazin dazu:
Ein Pauken- und Streichorchester donnert über das prächtige Retro-Logo der Warner Bros., dann prangen die Filmtitel in stilecht aufgedruckten Lettern über dem ersten prunkvoll-ausgewaschenen Schwarzweißbild des Films. Alles hier riecht nach Harry Lime und Rick’s Café, die Frauen so bleich wie die Kriegsruinen, die Schatten so lang wie die Kameraeinstellungen, die Rückprojektionen so antiquiert wie die Wipe-Überblendungen. Steven Soderbergh wollte einen Film im Stil der 1940er drehen, das hat er gemacht, und die Stilsicherheit und Perfektion, mit der er die Epoche einfängt, ist unbestritten.Source: fritz.de | radioeins.de | schnitt.de
Was von vielen Kritikern aber als konzeptuelle Eintagsfliege oder gar nur als visueller Gag abgetan wird, reicht in Wirklichkeit viel tiefer. Denn zum einen stellt der Regisseur (der hier als Peter Andrews auch wieder selbst die Kamera führte) keine reale Epoche nach, sondern ganz bewußt ein filmisches Zeitalter – er will nicht an Churchill und die Wochenschauen erinnern, sondern an Bogart und Bacall. Aus den überbelichteten Bildern, weit weg von der silbrigen Brillanz moderner Schwarzweißfilme, spricht weniger die Nostalgie nach einer vergangenen Epoche als vielmehr die Sehnsucht nach einer zeitlosen Methode des Filmemachens – zeitlos, weil der Zuschauer sie nicht neu erlernen muß, sondern noch aus den nächtlichen Wiederholungen der Filmklassiker kennt. Das zweite Mißverständnis liegt darin, daß selbst diese rein fiktive Epoche von Soderbergh keineswegs sklavisch kopiert wird: Schon in einer der ersten Szenen wird heftiger Geschlechtsverkehr gezeigt, in der Folge wird ohne Umschweife über Prostitution und Vergewaltigung geredet und ordentlich herumgeflucht – alles moralische Aussetzer, die in den Zeiten des Hayes-Codes undenkbar gewesen wären. Hier wird also weniger Hommage betrieben als eher eine korrigierende Art der Filmgeschichtsklitterung, eine stilistische Richtigstellung durch eine thematische und moralische Modernisierung.
Bedeutsamerweise sind dabei nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Kamera, Licht und Kostüme die hauptsächlichen Komplizen Soderberghs, sondern vor allem auch seine Schauspieler, die auf die ungewöhnlich statischen und wohlkadrierten Kameraeinstellungen mit der genau richtigen Mischung aus Langsamkeit und Lässigkeit reagieren. Zudem hat vor allem die wieder einmal atemberaubende Cate Blanchett überraschende Mittel und Wege gefunden, eine weitere Ebene in ihre Darstellung einzubeziehen: Sie spielt weniger den ihr zugeteilten Charakter, die zwielichtige Kriegswitwe Lena Brandt, sondern in erster Linie eine 1940er-Jahre-Schauspielerin, die wiederum Lena Brandt spielt. Nachdem sie in Scorseses "Aviator" schon Katherine Hepburn kongenial wiedererweckte, komplett mit Knickerbocker-Hosen, meckerndem Lachen und rauhem New-England-Akzent, variiert sie in "The Good German" nun eine Prise Lauren Bacall, eine Spur Rita Hayworth und eine ganze Handvoll von Marlene Dietrichs finsterem Schauspiel in "Touch of Evil". Neben ihr glänzt der heutzutage viel zu brav besetzte Maguire als Peter-Lorre-Verschnitt, Clooney in typischem Cary Grant-Modus und die wundervoll spritzige Robin Weigert als eine Art sarkastische Wiedergängerin von Lilo Pulver.
Mit seinen wechselnden Voice-Over-Erzählungen, den kargen, zitierbaren Dialogen und Filmküssen, die noch fünfzehn Sekunden dauern, lockt "The Good German" die Nostalgiker in eine cineastische Falle, nur um ihnen dann zu zeigen, wie man das Goldene Zeitalter des Hollywoodkinos wiederbeleben kann, ohne sich in der reinen Hommage zu verlieren. Erst mit seinen Schauspielern aber, die noch dem anachronistischsten Verharren in antiquierten Posen einen glaubhaften Charme verleihen, wird daraus eine faszinierende Studie über die Vergangenheit des Kinos und das Kino der Vergangenheit.
Ich gebe den Film 5 von 5 Punkten!
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